Kirchlengern

Kirchlengern ist eine kleine Stadt in Ostwestfalen mit etwa 15.000 Einwohnern. Die Stadt liegt im Kreis Herford und ist Teil der Region Ostwestfalen-Lippe. Kirchlengern ist eine idyllische, ruhige Stadt mit viel Grün und Wasser. In der Stadt gibt es zwei große Seen, den Aasee und den Melchensee. Die Stadt ist auch bekannt für ihre hervorragende Luftqualität. Im Jahr 2018 wurde Kirchlengern zur „Stadt mit der besten Luft in Deutschland“ gewählt.

Kirchlengern Sehenswürdigkeiten

Die Stadt Kirchlengern ist bekannt für ihren Charme und die schönen Sehenswürdigkeiten, die es zu entdecken gibt. Ekkehard Rave, Bürgermeister der Stadt, beschreibt Kirchlengern wie folgt: „Kirchlengern ist eine moderne Stadt mit ländlichem Flair. Wir haben hier alles, was man sich nur wünschen kann: vom Einkaufszentrum über den Freizeitpark bis hin zu verschiedenen Restaurants und Cafés.“

Besonders sehenswert sind in Kirchlengern unter anderem der historische Marktplatz mit dem alten Rathaus, der Schlossgarten sowie verschiedene Museen und Galerien. Auch das Naturbad Lengericher Landsee ist einen Ausflug wert und bietet Erholung für die ganze Familie.

Kirchlengern im Mittelalter

Die Geschichte der Stadt Kirchlengern reicht bis in das Mittelalter zurück. Bereits im 9. Jahrhundert wird die Stadt in einer Urkunde des Klosters Corvey als „Kirche Lengeri“ erwähnt. Im 11. Jahrhundert gehörte sie zur Grafschaft Lippe und war eine Pfarrei des Bistums Minden. In den Jahren 1180 bis 1190 wurde die Kirche von den Grafen von Lippe erbaut, die auch die Stadtrechte verliehen.

Im 13. Jahrhundert entwickelte sich Kirchlengern zu einer bedeutenden Handelsstadt. Die Grafen von Lippe regelten in einer Stadtordnung vom Jahr 1231 die Rechte und Pflichten der Bürger sowie die Organisation der Stadtverwaltung. Im 14. Jahrhundert kam es zu mehreren Auseinandersetzungen zwischen den Grafen von Lippe und dem Bischof von Minden um die Hoheit über Kirchlengern, die erst im 15. Jahrhundert beigelegt wurden.

In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) wurde Kirchlengern von schwedischen, französischen und kaiserlichen Truppen besetzt und mehrfach belagert und zerstört. Nach dem Krieg blieb die Stadt bis zur Französischen Revolution (1789-1799) unter lippischer Herrschaft. In der Folge wechselte sie mehrfach ihre Besitzer, bis sie 1807 an das Königreich Westfalen fiel und damit an Napoleon Bonaparte überging.

Napoleon Bonaparte ließ in Kirchlengern eine Zehntausend-Einwohner-Grenze festsetzen und hob das Amtsgericht auf, so dass die Stadt nur noch über eine Magistratsverwaltung verfügte. Nach dem Wiener Kongress (1814/15), der das Ende der napoleonischen Herrschaft markierte, wurde Kirchlengern Teil des Königreichs Preußen und kam 1816 zum Kreis Lippe innerhalb des Regierungsbezirks Minden.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Kirchlengern weiter zu einer wichtigen Industriestadt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in der Stadt bereits mehrere Ziegeleien, Mühlen, eine Dampfsägewerk, eine Fabrik für landwirtschaftliche Geräte sowie eine Brauerei und Mineralquellen. Auch das Verkehrsnetz wurde ausgebaut, so dass Kirchlengern 1879 an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde.